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Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle - Stuart Turton

Mordermittlungen da capo


"Es geht doch nichts über eine Maske, um die wahre Natur eines Menschen zu offenbaren."

Wir kennen sie alle.

Die Tage völlig neben der Spur.

"Entschuldigung, ich bin heute irgendwie nicht ich selbst."

Eine schöne Redewendung, die einen nicht rund laufenden Tag beschreibt.

Aber was, wenn diese Redewendung nicht nur sprichwörtlich gemeint ist?

 

Aiden Bishop hat ein Problem. Gefangen in der Endlosschleife ein und desselben Tages, wacht er immer wieder im Körper eines anderen auf.

Als wäre das nicht schlimm genug, muss er, um der Schleife zu entfliehen, einen Mord aufklären. In der festlichen Maskenballnacht auf dem Anwesen der Familie Hardcastle wird Evelyn, die Tochter des Hauses, einen gewaltsamen Tod finden.

Immer und immer wieder.

Bis der Mörder entlarvt wird.

Doch es gibt jemanden, der etwas dagegen hat und versucht mit allen Mitteln, Aiden am Lösen des Falles zu hindern.

Wer ist Freund und wer ist Feind?

Agatha Christie trifft auf "Und Täglich grüßt das Murmeltier"

Seit Erscheinen der ersten deutschen Leseprobe habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Nach dieser hatte ich hohe Erwartungen und wurde nicht enttäuscht.

 

Das Setting dieses Romans ist äußerst stimmungsvoll. Am Anfang hat man wenig Informationen, wann und wo dieser Roman spielt. Ich habe es als Teil des Rätsels betrachtet, nach und nach einzuordnen, wann und wo wir uns wohl gerade befinden.

Aus der Ich-Perspektive geschrieben wird man mitten hineingeworfen in die Handlung. Herbei starten sowohl der Leser als auch der Protagonist Aiden Bishop mit dem selben Wissensstand in die Geschichte, denn zu Beginn weiß dieser weder wer noch wo er ist. Seine einzige Erinnerung ist der Name "Anna". Ansonsten völlige Leere.

 

Zusammen mit Aiden geht der Leser auf Entdeckungsreise durch Blackheath und nach und nach entdecken wir gemeinsam, was vor sich geht in dieser seltsamen Festgemeinschaft, in der jeder seine eigenen dunklen Absichten und Geheimnisse zu haben scheint.

 

Die Zeitschleifen-Idee bringt eine ganz interessante Komponente in einen sonst klassischen Krimi á la Agatha Christie hinein.

Wenn ich den klassischen Krimi mit einer Partie Schach vergleiche, dann ist dieses Buch ein Duell in 3D-Schach.

 

Doch ob klassisch oder 3D.

Für den Leser heißt es in jedem Fall:

Köpfchen anstrengen!

Ich habe dieses Buch mit großer Begeisterung gelesen.

 

Bis zum überraschenden Ende wird in immer wiederkehrender Weise gelogen, betrogen und gemordet und ich hatte sehr viel Vergnügen dabei.




Titel: Die Sieben Tode der Evelyn Hardcastle

Autor: Stuart Turton

Originaltitel: The seven deaths of Evelyn Hardcastle

Aus dem Englischen übersetzt von Dorothee Merkel

erschienen im Tropen Verlag

ISBN: 978-3-608-50421-7

Das Urheberrecht und das Copyright an dem Buchcover liegen beim Tropen Verlag.

Bei den hervorgehobenen Textpassagen handelt es sich um Zitate aus dem besprochenen Werk.

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